Geschichte der Sophienklinik
1883
Erster Kurbericht des "Comité für das Kinderheilbad" Große Heilerfolge bei 64 Kindern der ersten beiden Kurdurchgänge
1890
Der damalige Bürgermeister v. Katte konnte in seiner kurzen Amtszeit die Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach für das Projekt "Kinderheilbad" gewinnen. Diese hatte sich bereits in verschiedener Weise sozialen Problemen in ihrem thüringischen Kleinstaat angenommen und übernahm nun auch das Protektorat der Kinder-Kuranstalt Bad Sulza. Das nunmehrige "Kinderheilbad Sophie" konnte ein eigenes, mit großherzoglichen Mitteln erbautes Gebäude beziehen. Als "Haus A" ist dieses noch heute Teil der Sophienklinik.
ca. 1900
Bereits 407 Mädchen und Jungen werden in fünf Kurdurchgängen aufgenommen. Die meisten von ihnen litten an "Skrophulose", einer heute seltenen Form der Tuberkulose. Sie war auf die unhygienischen Verhältnisse zurückzuführen, in denen vor allem die Kinder ärmerer Bevölkerungsschichten aufwuchsen.
1902
Die Aufenthaltskosten ("Pensionen") der kleinen Patienten wurden in vielen Fällen durch private Stiftungen bestritten. So verzeichnet z.B. der "Freistellenfondes" im Jahr 92 ½ Pensionen der "Frauenvereine des Großherzogtums". Privates Engagement war nötig, denn Sozialversicherungen gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
1900 - 1958
über 75 Jahre hinweg wurde dann im "Kinderheilbad Sophie" mit Erfolg gekurt. Stolz berichteten die ortsansässigen Badeärzte nach Beendigung der Durchgänge jedes Mal über die eingetretenen Besserungen, Gewichtszunahmen und Heilungen ihrer kleinen Patienten. Selbst Kriegs- und Inflationseinbrüche und ein Bombentreffer 1944 im - zum Glück gerade unbelegten - Jungen-Schlafsaal führten nur zu vorübergehenden Einbußen.
1958
Der damalige, staatlich geführte Sozialversicherungsträger "FDGB" kündigt plötzlich seine Belegungen. Christliche Jugendeinrichtungen waren politisch unerwünscht. Die "Sophie" schien vor dem Aus - doch das war es nur für das Kinderheilbad. Es begann die Zeit des "Kurheimes Sophie", indem sich die Kur- und Erholungseinrichtung am Rand des sozialistischen Gesundheitswesens für Zielgruppen profilierte, die im Kurwesen des Staates nicht vorgesehen waren: Rentner, Pfarrer und kirchliche Mitarbeiter, Körperbehinderte, Mutter-Kind, Handwerker und Selbstständige.
1991
Im schwierigen Umfeld des neuen Rehabilitationsmarktes in Ostdeutschland werden die ersten Versorgungsverträge mit neuen Krankenkassen "erkämpft". 1994 existieren bereits bis zu acht Monaten Wartezeit auf einen Kurplatz. 1995 wird der große Erweiterungsbau eingeweiht und anschließend der historische Altbau saniert. Kurz darauf ergreift die Rehakrise durch die Seehofer-Gesundheitsreform auch die Sophienklinik.
2004
Es erfolgt die Ausgliederung aus der direkten Trägerschaft des Diakonischen Werkes Thüringen. Die Sophienklinik Bad Sulza gGmbH fährt die Arbeit der Einrichtung erfolgreich fort. Sie ist 100%ige Tochter des Sophien- und Hufeland-Klinikums Weimar. Beides sind Mitglieder im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Nahezu gleichzeit kann endlich die notwendige Zulassung für Anschlussheilbehandlungen erreicht werden.
Heute
Die Sophienklinik ist eine moderne Rehabilitations- und Vorsorgeklinik für Orthopädie, Innere Medizin und Pädiatrie.
Die ausführliche Chronik kann in der Klinik ausgeliehen werden.
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